Montag, 19. November 2012

Kurzgeschichte: Hölle und Feuer

Dies ist eine Kurzgeschichte, die ich schon vor einer Weile geschrieben, und auch bei einem Wettbewerb eingereicht hatte. Das Genre ist Fantasy und ein wenig brutaler - also wer sowas gar nicht mag, muss es auch nicht lesen ;) Dennoch hoffe ich, dass diese Kurzgeschichte einigen gefällt. Ihr könnt mir gerne eure Meinungen in einem Kommentar schreiben - ich würde mich freuen :)

 (und gegen Follower hab ich natürlich auch nichts ;) ♥)

Liebes Grüßle
Aliah ♥

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Hölle und Feuer

Die Nacht ließ seine Haut wie Marmor und seine braunen Augen nahezu schwarz aussehen. Die dunklen Haare fielen ihm in die Stirn, als er den Sitz seiner Waffen überprüfte. Mit seinen knochigen Händen zog er den schwarzen Umhang, der bis zu seinen Fußknöcheln reichte enger und stülpte die Kapuze über. Nun sah man den Einhänder und die vielen kleinen Messer nicht mehr. Auch die Narbe, die von der linken Schläfe bis zum Hals verlief, lag im Schatten seiner Kapuze und man erkannte nur noch ein Glitzern, das von seinen Augen zu kommen schien.
Die Arme verschränkt ging er weiter. Der Weg, auf dem seine Füße ihn trugen, führte direkt zu einem kleinen Dorf.
Er grinste und Zähne blitzen im Schatten seiner Kapuze auf.
Endlich wieder verwöhnende Gerüche. Ob es wohl gut für mich ausgehen wird? Oder muss ich mir wieder einen anderen Ort suchen?
Ein Mädchen schlenderte ihm entgegen, auf dem Weg, der in den Wald führte, aus dem Dario kam. Sie lächelte ihn schüchtern an und zeigte dabei ihre weißen, geraden Zähne. Ihr Duft empfing ihn und ein bekanntes Gefühl verbreitete sich in seinem Bauch.
Hunger. Gier. Lust.
Dem Mädchen folgte niemand und durch die Dunkelheit, würde auch niemand etwas erkennen können, wenn jemand aus dem Fenster seines Hauses im Dorf sah.
Wasser lief ihn in seinem Mund zusammen.
Du hättest nicht so unvorsichtig sein sollen, du junges Ding.
Dario trat dem Mädchen in den Weg, das erschrocken stehen blieb.
„W-Was wollen Sie?“
Sie stotterte leicht, doch der junge Mann griff nur nach ihrem Arm und zog sie mit sich in den dichteren Wald. Dort stieß er das Mädchen auf den Boden, die daraufhin verängstigt ihre Beine anzog und ihr Körper anfing zu zittern.
„Ich will nur dich!“
Die Verwirrung in dem Gesicht des Mädchens nahm zu und auf ihrer Stirn bildete sich Angstschweiß, den Dario förmlich riechen könnte.
Oh, dem Geruch nach zu Urteilen.. eine Jungfrau.
Wieder sah man die Zähne unter der Kapuze aufblitzen.
Er streifte seinen Mantel ab und fuhr fort sich zu entkleiden. Das Mädchen kroch rückwärts, bis sie an einen Baum stieß.
Der Schweißgeruch wurde intensiver.
Als Dario nur noch mit einem Tuch über seinem Intimbereich bedeckt vor ihr stand, tropften die ersten Tränen über ihre Wangen.
„Aber was weinst du denn, meine Kleine?“, sein Tonfall so eiskalt und tief, dass ein eisiger Schauer sich einen Weg durch ihre Adern kämpfte.
„Hast du etwa Angst?“
Dario warf den Kopf in den Nacken und lachte so barbarisch, dass das Herz des Mädchens ins Stocken geriet.
Er stand in seiner hageren Gestalt vor ihr. Dünn und mit marmorweißer Haut.
Plötzlich wurde er größer. Seine Schultern wurden breiter und Muskeln bildeten sich. Die Haut spannte sich und es sah aus, als würden sich Risse auf ihr bilden, dabei waren es nur die schwarzen Adern, die durch die dünne Haut schienen. Noch immer lachte der Mann man konnte erkennen, dass die Zähne von ihm immer spitzer und länger wurden. Der ganze Kopf verformte sich, bis er eine Wolfsform angenommen hatte. Jedoch war der Körper nicht beharrt, sondern nur mit schwarzen, heraustretenden Adern auf seiner Haut übersät.
Die Starre überwunden schrie das Mädchen schrill und Dario sprang zu ihr. Er packte sie an der Kehle und hob sie hoch. Seine Fingernägel wuchsen und auf seinem Rücken breiteten sich häutige Flügel aus.
„Wirst du wohl still sein?“
Das Wesen flüsterte und schien trotz der langen Zähne kaum Schwierigkeiten beim Sprechen zu haben.
Das Mädchen schrie weiter, dem Wahnsinn nahe.
Da schnappte Dario mit seinem Maul zu und biss ihr in den Hals. Er riss den Kehlkopf heraus und ihr Geschrei ging in ein Gurgeln über.
Ich hatte ja gesagt, sie soll still sein.
Dario ließ sie fallen, riss ihre Klamotten auf und fraß sich schmatzend durch ihre Eingeweide.
Als er satt war, erhob er sich und genoss die neue Energie, die seinen Körper durchfloss.
Er lies seinen Körper wieder die menschliche Form annehmen und zog sich wieder an.
Auf dem Absatz umkehrend, schlenderte Dario zum Dorf.
Die Leiche des Mädchens ließ er achtlos liegen.

Shelia rieb sich energisch die Augen.
Nein, das konnte nicht real gewesen sein.
Sie öffnete sie und erspähte immer noch die Gestalt die Richtung Dorf schlenderte.
In einem Gebüsch versteckt, hatte sie das schreckliche Schauspiel beobachtet. Zu geschockt etwas zu tun, hatte sie alles mit angesehen.
Das Mädchen hatte sie gekannt. Marliene war ihr Name gewesen.
Soll ich zu ihr gehen? Oder soll ich sie einfach liegen lassen?
Shelia zögerte.
Unsicher schielte sie wieder zu dem unheimlichen Mann. Er hatte die Dorfgrenze erreicht.
Was soll ich denn jetzt tun?
Sie fuhr sich unentschlossen durch die Haare.
Ich muss die anderen warnen!
Endlich eine Entscheidung getroffen, krabbelte sie aus ihrem Versteck.
Shelia klopfte sich den Dreck von ihrem Gewand.
Mit einem letzten Abstreifen schritt sie zügig zum Dorf.
Hektisch schlängelte sie sich an den Hauswänden entlang bis sie zu Gasthaus von Rose gelang. Sie war die einzige, der Shelia vertrauen konnte.
Kurz schwangen die Gedanken von Shelia zum Tod ihrer Eltern zurück.
Mit einem Kopfschütteln verscheuchte das Mädchen sie und trat in die Gastwirtschaft ein.
Schnurstracks schritt sie zur Bar und hämmerte auf die Theke um Rose auf sich aufmerksam zu machen. Dass sie das Hämmern durch den Lärm hörte war nahezu ein Wunder.
Sie wendete sich zu Shelia um und ihr Lächeln rutschte aus dem Gesicht.
„Was machst du denn hier?“
Die Augen blitzen vorwurfsvoll. Rose pfefferte den Lappen aus ihren Händen auf die Theke .
Sie griff brutal nach den dünnen Armen des Mädchens.
„Komm sofort ins Hinterzimmer. Sofort!“
Hektisch sagte die Gastwirtin Karlei, ihrem Sohn was ins Ohr und verschwand durch die Hintertür.
Vorsichtig schlüpfte Shelia ihr hinterher. Plötzlich wurde sie wieder am Arm gepackt und erbarmungslos mitgeschleppt.
„Was fällt dir eigentlich ein? Hast du dein kleinen Rest vom Verstand nun auch noch verloren?“
„Ich.. aber Rose.. ich..“
„Nichts, Ich.. aber Rose! Bist du von allen guten Geistern verlassen? Shelia! Du wirst gesucht! Denkst du echt, du kannst hier einfach in mein Gasthaus hereinspazieren und genüsslich etwas schnorren? Du kriegst abends was, so hatten wir das ausgemacht! Was willst du hier?“
Eingeschüchtert war ihre Stimme ganz dünn, als sie antwortete.
„Ich..“
„Sag, was willst du?“
„Rose, ich habe was gesehen..“, ihre Stimme zitterte.
„Was? Ich kann dich nicht verstehen. Nuschel nicht so!“
Kann sie mich nicht einmal ausreden lassen?
„Ich habe etwas gesehen!“
„Jetzt werd nicht gleich zickig. Und was hast du gesehen, dass so wichtig ist, dass du meinen guten Ruf aufs Spiel setzt?“
Shelia sog tief die Luft ein und dann sprudelten die Wörter aus ihrem Mund, wie das Wasser aus dem Brunnen.
„Draußen im Wald, da.. da wurde Marliene getötet. Sie wurde halb aufgefressen. Und dann.. dann war da dieser Mann. Der Mann konnte sich verwandeln! Und jetzt ist er hier irgendwo im Dorf! Rose! Was, wenn er alle umbringt?“
Genervt stöhnte Rose auf.
Sie drehte sich weg, die Hand vor dem Mund.
Shelia sah nahezu, wie es hinter Roses Stirn arbeitete.
„Rose?“
„Shelia..“
Ein trauriger Blick, bevor sie weitersprach.
„Shelia, Shelia.. Wo schnappst du immer so ein Unsinn auf hm?“
Die Hände auf die Schultern von Shelia gelegt, schüttelte sie den Kopf.
„Warum sollte ich dir glauben? Warum sollte jemand anderes dir glauben, wenn selbst ich es nicht kann?“
„Aber,..im Wald... aber.. warum?“
„Mädchen, du hast deine Eltern ermordet!“
Shelia wand sich aus dem Griff und brachte einen Schritt zwischen sie und ihre einzige Vertraute.
„Wie kannst du nur so etwas glauben?“
Ihre Stimme war laut. Sie war total verletzt.
Warum du auch noch? Warum?
„Shelia, du warst die Einzige, die da war.“
„Das heißt doch noch lange nicht, dass ich es war!“
„Du bist eine Hexe! Schau dich doch an! Deine Eltern sind verbrannt. Meine Freundin starb. Wegen dir!“
Tränen kämpften sich ein Weg über ihre schmutzigen Wangen, als Shelia mit dem Fuß auf den Boden stampfte.
„Ich war es nicht!“
„Deine Eltern starben, aber du überlebtest! Du hast sie umgebracht!“
„Nein! Ich war es nicht! Ich habe meine Eltern geliebt!“
Mit einem Aufschluchzen stürmte sie an Rose vorbei und durch den Gastraum. Die Tür auftretend, rannte sie ins Freie. Irgendwo in eine dunkle Gasse. Irgendwo, wo sie alleine war. Wie so oft.
Was, wenn jetzt noch jemand stirbt? Warum glaub mir niemand?
Panisch schaute sie sich um.
Mit der Dunkelheit wurde es im Dorf leer.
Alle verdrückten sich in ihre wärmenden Hütten, doch sie nicht.
Shelia hatte niemanden mehr und auch keinen Ort, an dem sie sich wärmen konnte. Das Haus, welches sie ihr Heim genannt hatte, war verkohlt, die Asche mit dem Wind verweht.
Sie zupfte ein verwelktes Blatt von ihrer Hose und schlang die Arme um ihre dürren Beine, um nicht zu sehr zu frieren.
Das Mädchen hob den Kopf und ein Zucken durchfuhr ihren Körper.
Dort läuft er.
Ein großer, in schwarz gehüllter Mann schlenderte die dunkle Straße entlang. Als er an einer Fackelleuchte vorbeikam, war sich Shelia sicher.
Sie konnte kurz die Narbe sehen und die Augen, die sie niemals mehr vergessen würde.
Was soll ich denn jetzt tun?
Langsam bewegte sie ihre steifen Glieder, drückte sich an den Hauswänden entlang.
Immer darauf achtend, nicht in den Schein einer Fackelleuchte zu treten, arbeitete es hinter ihrer, mit Schweißtröpfchen benetzte Stirn.
Wie kann ich ihn daran hindern, noch einen Mord zu begehen?
Ihr Blick schweifte die flackernden Feuerschatten.
Soll ich es wagen? Ich bin aber vielleicht nicht stark genug..
Ein Flüstern, nur ein Wispern in ihrem Inneren trieb sie an.
Du hast keine andere Wahl... Tu es... Greif auf die Fähigkeit zurück...
Sie versuchte vergeblich die Stimme zu ignorieren.
Die Entfernung zu dem schlendernden Mann wurde kleiner. Er schaute sich um.
Shelia blieb stehen. Sie hielt die Luft an.
Oh bitte bemerk mich nicht.
Das Mädchen drückte sich enger an die Wand. Sie hoffte mit ihr zu verschmelzen. Hetzender Blick zur Fackel. Zurück zum Mann. Dieser wandte sich wieder zum Gehen. Er hatte sein Tempo beibehalten, dennoch sah er vorsichtiger aus. Wieder zur Fackel.
Was soll ich nur tun?
Eins war ihr klar, sollte sie von ihrer Fähigkeit mit dem Feuer Gebrauch machen, würde es nur im Dorf funktionieren, in der Nähe einer Flamme. Wenn die Dörfler es sehen würde, wäre das ihr Urteil zur Verbrennung. Hexe. Sie war keine, nur eine Bändigerin. Nur beherrschen, nicht erzeugen. Der Tod ihrer Eltern. Der Unfall. Was wenn noch mehr Unschuldige starben? Sollte sie es dennoch wagen? Wenn sie es nicht tat, dann wäre es das Todesurteil eines anderen. Würde sie es tun, wäre es ihres, egal ob sie überleben sollte oder sterben. Am Ende würde sie ja doch verbrennen, wie ihre Eltern, nur diesmal beabsichtigt.
Denk nicht so viel nach.. handle!
Sie biss sich auf die Unterlippe und ballte ihre Fäuste. Mit schnellen Schritten gelangte sie zur nächsten Fackel. Sie konzentrierte sich auf das Feuer. Ein Funken flog auf ihre gestreckte Hand. Eine kleine Flamme entfachte, die sich zu einer Kugel formte. Mit zittrigen Händen versuchte sie die Kugel so gut wie möglich mit ihrer Hand zu bedecken. Nicht ersticken lassen, aber dennoch verstecken. Die Hitze verletzte sie nicht. Sie war wie ein angenehmes Kribbeln, das ihre Haut am Feuer  kitzelte.
Shelia blickte auf und sah sich nach dem Mann um. Er war nicht stehen geblieben und die Entfernung hatte sich wieder vergrößert. Shelia versuchte die Flamme zu verdecken und dennoch schnell zu laufen. Der Abstand sank. Der Puls stieg. Nur noch wenige Meter trennten sie. Nur noch das Pochen ihres eigenen Herzens in den Ohren, konnte sie nicht darauf achten, wie laut ihre hektischen Schritte waren. Ein Lärm. Er hörte ihn.
Vor ihr blieb der Mann stehen. Er warf ein Blick über die Schulter und drehte sich langsam um. Shelia verbarg schnell ihre Hand mit der Flammenkugel hinter dem Rücken. Auch sie war stockend stehen geblieben und versuchte ihren Atem im Zaun zu behalten. Die Aufregung, die Angst war erdrückend.
Der Mann hatte sich ihr vollends zugewandt. Er musterte sie. Sie musterte ihn. Eine Fackel stand zwischen ihnen und Shelia konnte jedes schreckliche Einzelteil seines Gesichts erkennen. Durch die flackernden Schatten des Feuers sah es noch brutaler aus.
Seine schwarzen Augen schienen sie zu durchdringen. Ihre Sinne wurden schärfer, die Angst ließ ihr kalte Schauer über den Rücken laufen.
Sie konnte hören, wie er einatmete. Sie bildete sich ein zu sehen, wie er die Zähne fletschte. Doch er öffnete nur den Mund um seine Stimmbänder schwingen zu lassen.
„Was tut so ein kleines Mädchen hier alleine in der Dunkelheit?“
Ein Gefühl sprach aus der Stimme, doch Shelia konnte es nicht zuordnen. Wärme? Kälte? Überraschung? Oder doch Freude?
„Ich..“
Sie räusperte sich.
„Wie konnten Sie so etwas tun?“
Ihre Stimme war hoch. Hysterisch. Sie war viel zu aufgeregt und ängstlich.
„Wie konnte ich was tun, meine Kleine?“
„Ich bin nicht Ihre Kleine, sie.. sie Monster!“
Die Lautstärke ihrer Worte war höher geworden. Am Ende hatte sie beinahe geschrien.
„Sie widerliches Monster! Sie war noch ein Kind! Wie konnten Sie nur?! Verschwinden sie hier aus dem Dorf! Sofort!“
Der Mann lachte spöttisch und zeigte dabei weiße, gerade Zähne. Eine Kälte ließ sie zusammenzucken. Seine Augen blitzten und noch immer grinste er kalt.
„Warum sollte ich? Willst DU mich etwa daran hindern hier zu bleiben?“
„Ja, ich werde Sie sehr wohl daran hindern!“
Die Abscheu und Wut durchfuhr ihren Körper und alle angesammelten schlechten Gefühle brauten sich zusammen. Sie senkte den Kopf, ihren Blick auf den Mann gerichtet.
„Verschwinden Sie!“
Wieder ein Lachen. Schauriger als davor.
„Ich werde gar nichts. Doch, noch eine Mahlzeit zu mir nehmen.“
„Nein!“
Ein tiefer Schrei, mit Kraft ausgespuckt. Shelia drehte sich zur Seite. Sie ließ die Flammenkugel in ihrer Hand sich entzweien und schnell vergrößern. Der Wurf folgte sofort. Sie erkannte kurze Überraschung auf seinem Gesicht. Reflexartig riss dieser seinen Arm nach oben, in der Hand seinen Mantel. Der Feuerball prallte auf den Stoff und ging auf ihn über. Ruckartig zog der Mann das Kleidungsstück aus und warf es auf den Boden. In seinen Augen blitze der Zorn.
„Oho, willst du spielen?“
Zähnefletschend zog er sich das Hemd aus, während er auf Shelia zu schritt.
Diese ließ sich nicht beirren. Schnell ließ sie die Kugel duplizieren und feuerte.
Blitzschnell schossen Flügeln aus dem Rücken des Fremden. Ein flinkes Schlagen, welches die Feuerkugel traf, und sie erlosch.
Panik breitete sich in Shelia aus. Sie spürte, wie ein Kloß sich in ihrem Hals festsetzte und ihr die Luft abschnitt. Laut schnappte sie nach Atem. Das Mädchen machte einen Schritt nach hinten und veränderte ihre Taktik. Sie hob die Hand mit der Flamme vor sich, während der Mann sich vollständig verwandelte. Der Anblick rief noch mehr Grauen hervor. Panische Angst ließ sie viele kleine Bälle aus der Kugel auf den Fremden schießen.
Warum wirkt es nicht? Warum....
Sie unterstütze ihren Arm mit ihrer anderen Hand und bemerkte Nässe auf ihren Wangen. Todesangst.

Dario lachte hämisch. Seine Stimme vibrierte nun rau und tief, die Zähne lang und spitz. Langsam setzte er einen Fuß vor den Anderen. Mit seinen Flügeln wehrte er die schwachen Bälle ab.
„Hexe!“ zischte er und lachte wieder.
Er roch die Angst, spürte die Gier und sah die Tränen auf den Wangen.
Ja, dummes kleines Mädchen!
Dario breitete seine Arme und Flügel aus, stoß sich ab und stürmte auf das Mädchen zu.
Er warf sie um, landete auf ihr. Seine Faust traf ihre Hand mit dem Feuer.
„So schwach..“
Flüsternd erkannte er ihre panische Angst.
„Wolltest wohl die anderen warnen.. warum nur haben sie nicht auf dich gehört?“
Genüsslich sog er ihren Angst in sich auf.
„Sie werden dich vernichten!“
Das Mädchen spuckte ihm ins Gesicht und verstärkte ihre Befreiungsversuche. Er gab ihre Hand frei und wischte sich über das Gesicht. Sein Blick fiel auf die freie Hand. Sie bewegte sich nicht. Sie war gebrochen. Unmenschlich war sie zertrümmert und verkrümmt. Sie musste extreme Schmerzen verursachen.
Ich werde sie noch leiden lassen... macht gerade so Spaß..
Mit der Zunge fuhr er sich über die Wolfsähnliche Schnauze und gab ein Knurren von sich. Die Bewegungen des Mädchens stockten kurz. Danach bemühte sie sich nur noch stärker.
Wieder dröhnte das Lachen aus Darios Kehle.
So ein dummes Kind!
Genüsslich verstärkte er den Griff um die dürren Arme des Kindes. Er spürte und hörte, wie die Knochen knackten und schließlich mit einem Knirschen nachgaben. Ein schmerzerfüllter Schrei erklang, das in ein leises Wimmern überging. Die Augen des Mädchen rollten. Dem Wahnsinn nahe.
„Das hast du davon, dumme Hexe!“
Ihr Kopf schlug wild umher, ihre Beine strampelten.
Die zerschmetterte Hand auf den Boden drückend, näherte sich Dario dem Gesicht des Mädchens.
„Ich habe keinen Hunger mehr, es wäre eine Verschwendung, dein Blut umsonst zu vergießen!“
Er sah ihren irren, dennoch irritierten Blick.
„Ich werde es nicht trinken... dem Schicksal werde ich dein Leben überlassen!“
Kraftvoll holte er mit seiner Klaue aus. Ihr Kopf wurde von dem Schlag zu Seite geschleudert. Platzwunden bildeten sich und ihr Körper erschlaffte.
Dario stand auf, zog sich an und spazierte zu einem Gasthof.
Das Mädchen ließ er liegen, die anderen würden sie finden.

„Hier ist sie, Herr Bürgermeister!“
Ein Ruck und Shelias Kopf schwankte wieder nach oben.
Dunkelheit,. Kurz ein schwaches Licht. Verschwommene Sicht.
Der Griff um ihre Arme wurden fester. Wieder ein Ruck.
„Ja, das ist sie wohl. Wo habt ihr sie gefunden? Was ist mit ihr passiert?“
Ein verschwommenes Gesicht. Eine Hand, die ihren Kopf nach oben hält.
„Sie sieht total verletzt aus. Wart ihr das?“
„Nein nein, mein Herr. Wir haben sie so gefunden. Dort draußen. Dort lag sie.“
Wieder Dunkelheit.
Pochender Schmerz in der Schläfe. Blinzeln.
Was ist passiert? Wo bin ich?
Shelia spürte nur noch Schmerz. Sie konnte ihre Hand nicht bewegen. Sie konnte gar nichts bewegen.
„Und sie lag einfach so da ja?“
Ein abfälliges Schnaufen, das vom Bürgermeister zu kommen schien.
„Einfach so? Wir suchen dieses Mädchen schon lange und dann liegt sie einfach so rum? Mehr tot als lebendig?“
Sie hörte Schritte. Sie blinzelte. Ein Schemen lief im Kreis. Lackierte Schuhe. Dunkelheit.
„Na gut, mir solls recht sein. Hier habt ihr eure Belohnung.“
Münzenklimpern.  Der Griff lies nach und Shelia fiel auf den Boden. Sie blieb liegen,  nicht im Stande sich zu bewegen. Zu groß war der Schmerz.
„Bereitet das Hexenfeuer vor. Sofort!“
„Jawohl mein Herr.“
Schritte entfernten sich. Shelia spürte etwas nasses und kühles auf ihrem Gesicht.
Eine warme Frauenstimme sprach zu ihr.
„Ruhig mein Kind, ich möchte dir nur dein Gesicht etwas säubern.“
Shelia versuchte einen klaren Blick zu bekommen, doch wieder empfing sie nur Dunkelheit.
Verzweifelt versuchte sie etwas zu sagen.
Ich muss sie doch warnen!
„Ein.. Mörder... im Dorf...“
„Ganz ruhig mein Kind, hier ist kein Mörder.“
„Nein.... im Wald... Marliene... ermordet... Mörder.. im Dorf..Warnung..“
„Was redest du da? Du hast sehr große Schmerzen, ich werde dich nun in einen anderen Raum bringen lassen. Danach musst du deine Strafe entgegennehmen, vor der du lange weggelaufen bist.“
Wieder packten Shelia starke Arme und sie wurde weggetragen.
Die Schwärze um sie herum nahm wieder zu. Sie verlor erneut das Bewusstsein.

Und deshalb, meine Damen und Herren, wird Shelia Gebrado, zum Tode durch das Hexenfeuer verurteilt!“
Der Ausrufer endete und Shelia sah verschwommen, wie sich die Menschenmenge einige Meter um ihren Standort entfernten.
An einen dicken Balken gefesselt, mit leicht entzündbarem Holz unter ihren nackten Füßen, wusste sie, dass es keinen Ausweg mehr gab. Zwar war sie eine Bändigerin des Feuers, doch konnte sie das nur mit ihren Händen. Und diese waren auf ihrem Rücken gefesselt und verletzt.
Es ist sinnlos! Mum, Dad, bald schon sehen wir uns wieder...
Ihr Blick wurde klar, als sie die zunehmende Hitze spürte.
Sie blickte durch die Menge. Entdeckte Rose, die ihre Hand vor dem Mund hielt und ihren Sohn umarmte.
Sie wandte sich ab. Plötzlich sah sie ihn.
Da ist das Monster. Dort.
„Nein! Seht, da ist er! Da ist das Monster!“
Sein Anblick schien ihr neue Kraft zu geben. Auch das Feuer, das größer wurde, schien Einfluss auf sie zu haben.
„Seht ihr denn nicht? Der Mörder ist unter euch. Und ihr verbrennt mich?“
Ihre Stimme wurde lauter, die Menschen verstummten. Sie blickten sich um, doch dann ignorierten sie Shelias Worte.
„Warum glaubt mir denn niemand?“
Ein Lächeln. Eiskalt.
Die Hitze wurde nun unerträglich. Die Flammen kletterten an ihren Klamotten nach oben, fraßen sich in ihre Haut und erzeugten noch mehr Schmerz.
Ein Schrei, laut und durchdringend.
Schwärze und Pein ließen ihr Bewusstsein schwinden.
Das Letzte, was sie sah, war das zufriedene Grinsen des Monsters.

Kommentare:

  1. wow, wirklich klasse geschrieben! du bist wirklich talentiert und solltest dies niemals aufgeben. :) Super!

    LG Rebekah

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    1. Liebe Rebekah,

      Vielen lieben Dank!! Ja, ich werde mich bemühen an meinem Buch dran zu bleiben, wo der fiese Charakter Dario auch eine Rolle spielt. :D Du hast mich grad richtig glücklich gemacht *_* Dankeschön!

      Grüßle
      Aliah

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  2. Finde ich gut (:
    gleicher Meinung wie Rebekah :)

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  3. Hey! :)tolle texte, hast du nicht lust bei meiner Blogvorstellung mitzumachen? Liebe Grüße.

    http://ynkas.blogspot.de/2012/11/blogvorstellung-ll.html

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    1. Hey :) Vielen Dank für deinen Kommentar! Ich würde super gerne bei deiner Blogvorstellung mitmachen!! *_* Danke!

      Grüßle
      Aliah

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      Aliah

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  6. Nein nein, das sind nicht meine eigenen :)

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    1. Dann musst du aber aufpassen (Urhebergedöns unso). Aber hast gute Bilder ausgewählt :D

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    2. Natürlich, habe ich alles notiert ;)

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    3. dann is ja gut :D Weißt du wie man des macht, dass, wenn man auf des Bild gehen will ums zu kopieren, dass mans einfach nicht kopieren kann? Also bei deinen eigenen Fotos? Ich will nämlich dass mir die jmd klaut unso ;)

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  7. Allie *-* die ist wunderschön
    Damit toppst du Wilkes im Skrupellos sein um Meilen :3 richtig spannend

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    1. Danke Maus :* Echt süß von dir :D Und Wilkes is doch kein Problem für mich :D :D

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